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Bauen auf sicherem Boden

Bei der Verwirklichung des Traums vom eigenen Haus kann so einiges schiefgehen – und das beginnt noch vor dem Hausbau mit dem Grundstückskauf. Denn nicht jeder Untergrund kann ein Gebäude tragen. Hiervor schützen sich Bauherren mit Gutachten.

Bauen auf sicherem Boden

Ein Stück Land wird erst dann zum Baugrund, wenn es erschlossen ist. Ohne Straßen, Gehwege, Schmutzwasserkanäle, Wasser-, Elektro- und Gasleitungen darf kein Haus gebaut werden. „Die öffentliche Erschließung erfolgt in der Regel bis zur Grundstücksgrenze“, heißt es beim Bauherren-Schutzbund. Für den Großteil der Kosten – üblicherweise bis zu 90 Prozent – muss der Käufer aufkommen. Für das Verlegen von der Grundstücksgrenze bis an sein Haus zahlt er dann noch einmal – und zwar allein.

Oft sind diese Kosten aber schon im Verkaufspreis des Grundstücks enthalten. Interessenten sollten den Verkäufer unbedingt danach fragen. Denn anderenfalls müssen sie diese Beträge zusätzlich einplanen. Im Durchschnitt belaufen sich die Erschließungskosten auf etwa 50 Euro pro Quadratmeter.

Dazu kommen die Kosten für ein Baugrund- und Gründungsgutachten. Sie liegen zwischen rund 2000 und 3000 Euro. „Ohne Baugrundgutachten sollte niemand bauen, denn im Boden können böse Überraschungen stecken“, empfiehlt der Schutzbund. Weder Bauherren noch Baufirmen wissen, was sich unter der Geländeoberfläche befindet.

Es müssen nicht einmal giftige Altlasten sein, damit es richtig teuer wird. Schon eine einfache Torflinse kann dazu führen, dass der Boden ausgebaggert und durch Kies ersetzt werden muss. So ein Bodenaustausch kostet dann schon mal 20 000 Euro, die ursprünglich nicht im Budget eingeplant waren.

Ein Gutachten ist nicht zwingend gesetzlich vorgeschrieben, konstatiert der TÜV Süd. Die Verantwortung liege beim Bauherrn. Wer mit einem erfahrenen Architekten arbeitet, der sich in der Region auskennt, kommt unter Umständen ohne aus. Wenn in der Nachbarschaft 300 Jahre alte Häuser stehen, ist anzunehmen, dass der Grund auch für Neubauten geeignet ist. Aber hundertprozentig sicher dürfe man nicht sein. Schließlich veränderten sich auch die Klimaverhältnisse. So kann der Grundwasserspiegel durch mehr Niederschläge steigen.

Teil des Angebots

Nach Erfahrungen des Schutzbunds ist ein Gutachten bei vielen Komplettanbietern Teil des Leistungsangebots. „Es dient dazu, die eigenen Risiken abzuschätzen und zu minimieren.“ Das Baugrundgutachten erlaubt eine solide Planung und eine realistische Kalkulation der Kosten. Es sollte immer Bestandteil des Bauvertrages sein, lautet der Expertenrat.

Die Untersuchung des Baugrunds muss unbedingt vor der Unterzeichnung des notariellen Kaufvertrags erfolgen. Dann kann noch etwas verändert werden, falls sich herausstellt, dass im Vertrag Baugrundverhältnisse festgeschrieben waren, die nicht der Realität entsprechen.

Um eventuelle Altlasten zu erkennen, kann aus den Kernbohrungen vom Grundstück auch Bodengas gezogen und auffälliger Boden entnommen werden, der anschließend im chemischen Labor auf Schadstoffe untersucht wird. Diese duale Methode verursacht keine wesentlichen Mehrkosten, weil die unterschiedliche Bohrausrüstung ja ohnehin schon auf dem Grundstück ist.

Am 26.09.2014

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