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Der Rohbau steht - aber wie geht es weiter?

Der Rohbau steht, alle Vorarbeiten für Heizungs-, Sanitär- und Elektroinstallation sind abgeschlossen: Jetzt ist der Innenausbau an der Reihe. Die Wände, Decken und Fußböden werden geputzt, beplankt oder beschichtet.

Der Rohbau steht - aber wie geht es weiter?

Foto: dpa

Weiter wird der Estrich aufgebracht und mit Belägen verschönert. Doch nur wenn der Unterbau stimmt, werden Fliesen später zu Glanzstücken und Parkett zum glatten Blickfang.

Üblicherweise wird für Wände und Decken im privaten Wohnungsbau Gipsputz verwendet. „Diese Putze sind feuchtigkeitsempfindlich. Deshalb ist im Badezimmer Vorsicht geboten“, warnt Reinhold Auth, Ausbilder für das Fliesenhandwerk in Bottrop und Dozent an der Deutschen Heimwerker Akademie (DHA) in Köln. Die Wände einer Dusche sollten deshalb mit Grundierung gestrichen und abgedichtet werden.

„Die Alternative gerade für Bäder sind Zement- oder Kalkputz. Ihr Materialpreis ist zwar höher als der von Gipsputz, dafür brauchen sie keine zusätzliche Bearbeitung“, rät Jürgen Hilger, Vorstandsmitglied des Zentralverbands Baugewerbe in Berlin.


Mit Dehnungsfugen

Nach dem Verputzen wird der Estrich aufgebracht. Am gängigsten sind Zement- und Kalziumsulfat-Estriche, auch Anhydrit-Estrich genannt. „Beim Zement-Estrich ist das Material zwar günstiger, doch der Anhydrit-Estrich hat viele praktische Vorteile“, erläutert Hilger. Das gelte vor allem, wenn der Anhydrit-Estrich als Fließ-Estrich eingebracht wird: Dann wird er nicht nur sehr eben, er ummantelt auch die Schlangen von Fußbodenheizungen sehr gut. Je nach Größe und Form des Raumes müssen in einen Nass-Estrich Dehnungsfugen eingearbeitet werden, sagt Uta Maria Schmidt, Referentin für Bauen und Wohnen bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz in Mainz. Sowohl Putz als auch Estrich müssen nicht nur eben und fest, sondern auch gut ausgetrocknet sein, bevor sie verkleidet werden. Bodenbeläge können sonst Blasen bilden, Türzargen- und Türblätter sich ausdehnen.


Fliesenlegen und Tapezieren

Im Badezimmer zieren meist Fliesen den Boden und Teile der Wand. „Das Fliesenlegen ist für den Laien zwar machbar, erfordert jedoch einige Übung“, erläutert Fliesenexperte Auth. Einfacher ist das Tapezieren und Streichen der Wände. Das Material der Tapete entscheidet über Klebstoff und Tapeziertechnik. „Spezialkleister haben eine hohe Klebefähigkeit und sind deshalb besonders bei schweren Materialien empfehlenswert“, erklärt Auth. Bei Vliestapeten wird der Kleister auf die Wand aufgetragen, sonst auf die Tapete.

Soll eine verputzte Wand gestrichen werden, so muss dies bereits bei der Wahl des Putzes beachtet werden. „Normalerweise wird eine Putzqualität verwendet, die für grob strukturierte Farbe oder zum Tapezieren geeignet ist“, erklärt Baugewerbe-Fachmann Hilger. „Bei feinerer Bearbeitung muss eine höhere Putzqualität verwendet werden.“ Vor dem Verlegen des Bodenbelags wird der Estrich grundiert und – je nach Belag – gespachtelt. „Bei konventionellem Parkett oder keramischen Belägen ist dies nicht notwendig“, sagt Ralf Grett, Sachverständiger für Bodenbeläge und Fußbodentechnik in Neuwied. Parkett, Laminat oder Holzdielen werden vollflächig verklebt oder schwimmend verlegt.

Für Teppichböden empfiehlt Verbraucherberaterin Schmidt eine vollflächige Verklebung oder eine Fixierung. „Lose verlegter Teppich verzieht sich durch unterschiedliche Beanspruchung im Raum.“

Von Eva Neumann

Am 09.11.2017

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