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Nicht aus der Reihe tanzen

Wenn Kinder Häuser malen, sind die Dächer meist rot und dreieckig. Auch wenn man sich in der eigenen Nachbarschaft umschaut, könnte man meinen, die Vielfalt ist gar nicht so groß. Denn eingeschränkt wird diese oft von den örtlichen Behörden.

Nicht aus der Reihe tanzen

Grundsätzlich wird bei den Dachformen zwischen geneigten und ungeneigten Dächern unterschieden. Zu ersteren gehören die Satteldächer mit zwei Seitenflächen, die sich am oberen Ende treffen. Das ist der Klassiker. Es ist die in Deutschland am meisten verbreitete Dachform. Etwas seltener sind Walmdächer, sie haben an allen vier Hausseiten eine geneigte Dachfläche.

„Aus städtebaulicher Sicht ist es wünschenswert, dass sich die Dächer in den einzelnen Regionen ähneln“, erklärt der Architekt Jan Schüsseler. „Das gibt ein harmonisches Bild mit attraktiven Dachlandschaften, wie wir sie vor allem in historisch gewachsenen Städten lieben.“ Voraussetzung ist, dass die Dächer in der Nachbarschaft in Form, Neigung und Material ähnlich sind. Kompromisse sind schwierig. Im Norden sind Dachüberstände aus gutem Grund nicht verbreitet. Wenn starker Wind darunter bläst, könnte das ganze Dach abheben.

Aber: „Manche Bauherren wollen auffallen und individuelle Akzente setzen“, sagt Schüsseler. Wenn jemand auf das Satteldach noch Türmchen und Gauben setzen will, werde ein guter Architekt versuchen, den Bauherren zu überzeugen, von solchen Extrawünschen abzusehen. Sie sind teuer, schadenanfällig und passen einfach nicht ins Bild. Oft sind solche Spielereien auch gar nicht zulässig.

Welches Dach für welches Haus das richtige ist, darüber entscheidet neben dem Bebauungsplan vor allem die Nutzungsabsicht der Bewohner. Wird das obere Geschoss zum Wohnen genutzt? Ist vorgesehen, es später auszubauen? Davon hängt ab, wie es gedämmt und welche Schallschutzmaßnahmen getroffen werden müssen. Eine Lösung, die generell gut oder schlecht ist, gibt es Experten zufolge nicht. „Ein Dach ist immer individuell.“ Ein Flachdach, das massiv ausgeführt ist, bietet zum Beispiel hervorragenden Wärme- und Schallschutz. Das kann aber auch ein Satteldach, in das eine Massivdecke eingezogen wird.

Im Kommen sind Flach- und Pultdächer. Sie gelten als praktisch und preiswert. Mit ihnen lässt sich das obere Geschoss optimal zum Wohnen nutzen, da es keine Schrägen gibt wie beim Sattel- und Walmdach. Flachdächer eignen sich auch gut für die Begrünung.

Mit dem Bepflanzen tun sie etwas für die Umwelt und verbessern die Energiebilanz des Hauses. Außerdem bietet sich die flache Konstruktion als Grundfläche für Fotovoltaikanlagen an, deren Gestelle je nach Lage des Hauses und Sonnenstand optimiert werden. Bei schrägen Dächern ist dagegen immer eine Dachneigung vorgegeben.

Von Vorteil für die Stromerzeugung sind Pultdächer: Sie haben nicht wie Satteldächer zwei Seiten, wovon zwangsläufig nur eine Seite nach Süden ausgerichtet sein kann, sondern nur eine einzige geneigte Dachfläche. tmn

Am 24.09.2015

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